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Digitale Plattformen: Interaktive Assistenzsysteme für den Menschen

Donnerstag, 24. August 2017 bis Montag, 20. November 2017

Gefördert werden neuartige und kreative Lösungen zur Erforschung, Entwicklung und Umsetzung von digitalen Plattformen für "Interaktive Assistenzsysteme für den Menschen". Diese müssen sich am Themenfeld "Gesundes Leben" des MTI-Forschungsprogramms orientieren oder sich dem häuslichen Alltag und Umfeld zuordnen lassen.

Im Themenfeld "Gesundes Leben" werden medizintechnische Geräte und Systeme erforscht und entwickelt, die interaktiver, leichter bedienbar und effizienter sind. Schwerpunkte sind insbesondere Mikroimplantate, Prothesen/Orthesen, körpernahe Medizintechniksysteme, Gesundheitstechnologien zur Prävention und bedarfsgerechte Pflegeinnova­tionen.

Zum häuslichen Alltag und Umfeld gehören Themen wie ubiquitäre Techniken mit persönlichen Assistenz- und Komfortfunktionen, vernetzte (Alltags-) Gegenstände und Technologien, die eine intuitive Interaktion ermöglichen.

Der Begriff der digitalen Plattform umfasst im Rahmen dieser Fördermaßnahme alle drei im Weiteren beschriebenen Kategorien, sodass Projektideen sich auf eine, mehrere oder auch alle Kategorien beziehen können:

  1. Technische Plattform: Technische Plattformen ermöglichen als Ebene zwischen mindestens zwei Komponenten eines heterogenen Systems deren Interoperabilität. Die Umsetzung kann sowohl hardwareseitig (z. B. KNX-Bus) als auch softwareseitig (z. B. open HAB) vollzogen werden.
  2. Service-Plattform: Eine Service-Plattform kapselt möglichst viele Leistungen und Dienste rund um Produkte eines bestimmten Bereichs und ist daher als Ebene zwischen Produkt und Nutzer zu verstehen. Softwarebasiert ermöglicht sie dem Nutzer bestenfalls einen zentralen Zugang zu von ihm benötigten Angeboten und wirkt unterstützend bei der Auswahl eines hinsichtlich seines Bedarfs optimalen Produkts bzw. einer optimalen Dienstleistung.
  3. Kommunikationsplattform: Die Kommunikationsplattform dient bestenfalls dem interdisziplinären und branchenübergreifenden Austausch von Daten und Informationen. Als softwaretechnische Ebene zwischen mehreren Akteuren ermöglicht sie so die Kommunikation und Kollaboration sowie den Aufbau und die Verbesserung von Synergien

Die Förderrichtlinie ist in drei aufeinander aufbauende Phasen gegliedert, für die unterschiedliche Anforderungen gelten. Nur solche Projekte, die in der zweiten Phase gefördert werden, können sich für eine Förderung in der dritten Phase bewerben.

2.1 Phase 1: Ideenwettbewerb

Aufgrund der Komplexität der Plattformgestaltung werden zunächst im Rahmen eines Ideenwettbewerbs innovative Ideen zur Konzeption der Plattform gesucht. Hier geht es insbesondere darum, Kurzkonzepte zur Ausgestaltung der Plattform zu präsentieren. Adressaten des Ideenwettbewerbs sind insbesondere Start-ups, KMU aber auch Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen.

Für Phase 1 ist keine Förderung vorgesehen.

2.2 Phase 2: Konzeptentwicklung

Aus den im Rahmen des Ideenwettbewerbs eingereichten Kurzkonzepten werden bis zu 10 Projekte ausgewählt, die die Gelegenheit erhalten, ihre Ideen zu konkretisieren, geeignete Projektpartner in das Konzept zu integrieren und erste Machbarkeitsuntersuchungen durchzuführen. Ausschließlich die in dieser Phase geförderten Projekte erhalten die Gelegenheit, sich für die dritte Phase zu bewerben.

Antragsberechtigt in Phase 2 sind Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft oder Hochschulen oder außeruniversitäre Forschungs- oder Wissenschaftseinrichtungen (Einzelprojekte).

2.3 Phase 3: Förderung der Umsetzung

Bis zu fünf der überzeugendsten Projekte erhalten die Gelegenheit, ihre ausgearbeiteten Plattformkonzepte im Rahmen einer dreijährigen Umsetzungsphase gemeinsam mit weiteren Projektpartnern konkret in die Praxis zu überführen und die dafür notwendigen Forschungs- und Entwicklungsaufgaben zu lösen.

Antragsberechtigt in Phase 3 sind Verbünde von Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft oder Hochschulen und außeruniversitäre Forschungs- oder Wissenschaftseinrichtungen im Verbund mit Unternehmen. Der Konsortialführer muss dabei in Phase 2 bereits gefördert worden sein. 

Der Ablauf des Verfahrens und die Entscheidungskriterien für die Auswahl der zu fördernden Projekte unterscheiden sich je nach Phase.

Phase 1: Ideenwettbewerb

Interessenten reichen ihre Kurzkonzepte zunächst beim Projektträger VDI/VDE Innovation + Technik GmbH bis spätestens zum 20. November 2017 ein. Kurzkonzepte, die nach diesem Zeitpunkt eingehen, können möglicherweise nicht mehr berücksichtigt werden.

In den Kurzkonzepten soll die Plattformidee und der mögliche Funktionsumfang skizziert, erste Forschungsfragen und Umsetzungsideen präsentiert und Geschäftsmodellmöglichkeiten umrissen werden. Die Kurzkonzepte dürfen ­einen Umfang von fünf DIN-A4-Seiten (inklusive Anlagen) nicht überschreiten (mindestens 10 Pkt. Schriftgröße, 1,5-zeilig). Ein Gliederungsvorschlag findet sich unter: http://www.technik-zum-menschen-bringen.de/foerderung/bekanntmachungen/digitale-plattformen.
Es steht den Interessenten frei, weitere Punkte anzufügen, die nach ihrer Auffassung für eine Beurteilung ihres Vorschlags von Bedeutung sind.

Die Bewertung und Auswahl der Projekte erfolgt anhand verschiedener Aspekte. Zentrale Kriterien sind:

  • Ausgestaltung der Plattform: Welche offenen Forschungsfragen werden adressiert und sind die präsentierten Lösungsideen inhaltlich-fachlich nachvollziehbar und überzeugend dargestellt?
  • Umsetzungsidee: Bewertung der Qualität des Kurzkonzepts (methodisches Vorgehen; Arbeitsplan mit objektivier­baren Zielen).
  • Werden erste nachvollziehbare Ideen zum Geschäftsmodell präsentiert?

Außerdem wird bewertet:

  • Einordnung in den thematischen Schwerpunkt der Bekanntmachung: Werden Themen aus dem Forschungsprogramm "Technik zum Menschen bringen" adressiert?
  • Qualifikation des Einreichers: Ist das erforderliche Know-how zur praktischen Umsetzung der Idee vorhanden? Wie soll eine Vernetzung mit Zielgruppen, Kunden und potenziellen Partnern umgesetzt werden?
  • Angemessenheit der geplanten finanziellen Aufwendungen.
  • Einhaltung der formalen Voraussetzungen (z. B. Förderung von Einzelprojekten).

Die eingereichten Vorschläge stehen untereinander im Wettbewerb. Auf Grundlage der Bewertung werden bis zu zehn für eine Förderung geeignete Projekte vom BMBF ausgewählt. Das Auswahlergebnis wird den Interessenten schriftlich mitgeteilt. Im Falle einer positiven Entscheidung erfolgt die Aufforderung zur Vorlage förmlicher Förderanträge und somit der Übergang in Phase 2. Das weitere Verfahren hierzu ist in Nummer 7.3 beschrieben.

Phase 2: Konzeptentwicklung

In Phase 2 erhalten die ausgewählten Projekte die Gelegenheit, ihr Kurzkonzept zu einer vollwertigen Projektskizze auszuarbeiten, geeignete Projektpartner in das Konzept zu integrieren, erste Machbarkeitsuntersuchungen durchzuführen und das Geschäftsmodell zu konkretisieren.

Nach sechs Monaten Projektlaufzeit können die Projekte sich für die dritte Phase (Förderung der Umsetzung) bewerben. Die Entscheidung über eine Förderung wird auf Basis der weiterqualifizierten Projektskizze sowie eines persönlichen Vortrags zur Darstellung der Plattformidee und anschließender Befragung durch eine Jury ("Pitch") ­getroffen.

Die vor dem "Pitch" vorzulegende Projektskizze darf einen Umfang von 20 DIN-A4-Seiten (inklusive Anlagen) nicht überschreiten (mindestens 10 Pkt. Schriftgröße, 1,5-zeilig). Ein Gliederungsvorschlag kann den Projekten bei Bedarf zur Verfügung gestellt werden. Es steht den Einreichern frei, weitere Punkte anzufügen, die nach ihrer Auffassung für eine Beurteilung ihres Vorschlags von Bedeutung sind.

Die Bewertung und Auswahl der Projektskizzen erfolgt unter Einbindung einer externen Jury (Gutachtergremium) nach folgenden Kriterien:

  • Wissenschaftlich-technische Innovationshöhe: Geht die im Projekt adressierte Innovation über den aktuellen Stand von Forschung und Entwicklung hinaus? Bzw. Bewertung des praktischen Innovationseffekts: Stellt die Innovation auch in der Umsetzung einen Mehrwert im Vergleich zu bereits existierenden oder in der Entwicklung befindlichen Lösungen dar?
  • Nutzeneffekte für die Gesellschaft, die adressierten Zielgruppen (z. B. Unternehmen, Konsumenten, Nutzer) und weitere eventuell beteiligte Stakeholder;
  • Qualität der Projektskizze (methodisches Vorgehen; aussagefähiger Arbeitsplan mit objektivierbaren Zielen, die möglichst spezifisch, messbar und terminiert sowie gleichermaßen anspruchsvoll und erreichbar sind);
  • Umsetzung eines integrierten Forschungs- und Entwicklungsansatzes und Berücksichtigung der relevanten rechtlichen, ethischen und sozialen Aspekte;
  • Qualifikation der Partner und Zusammensetzung des Verbunds (z. B. Einbindung von Partnern mit kommerzieller Verwertungsperspektive und von Start-ups, KMU);
  • Qualität des Verwertungskonzepts/Geschäftsmodells und erste Nachweise zur Umsetzbarkeit;
  • Angemessenheit der geplanten finanziellen Aufwendungen.

Die näheren Details zum Vortrag und zur Befragung durch die Jury werden den Einreichern rechtzeitig mitgeteilt.

Die eingereichten Vorschläge stehen untereinander im Wettbewerb. Auf Grundlage der Bewertung werden bis zu fünf für eine Förderung geeignete Projektskizzen vom BMBF ausgewählt. Das Auswahlergebnis wird den Interessenten schriftlich mitgeteilt. Im Falle einer positiven Entscheidung erfolgt die Aufforderung zur Vorlage förmlicher Förderanträge und somit der Übergang in Phase 3. Das weitere Verfahren hierzu ist in Nummer 7.3 beschrieben.

Phase 3: Förderung der Umsetzung

In Phase 3 erhalten die ausgewählten Projekte die Gelegenheit, ihre geplanten Plattformideen in die Praxis umzusetzen. Gefördert werden die Entwicklung, der Aufbau und die Verstetigung der kreativsten und innovativsten Plattformen „Interaktive Assistenzsysteme für den Menschen“.

Die Richtlinie mit allen weiteren Informationen finden Sei unter https://www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung-1397.html.