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Interview mit Vorsitzendem Erich R. Reinhardt

on 16. Dezember 2010 - 10:09

Warum ist die Medizintechnik eine Branche der Zukunft?

Erich R. Reinhardt: „Aus demographischer Sicht ergeben sich zwei sehr stabile Trends: Es werden immer mehr Menschen auf der Erde leben und die Menschen leben länger,
daraus resultiert ein kontinuierlich steigender Bedarf an diagnostischen und therapeutischen Verfahren. Zusätzlich nimmt das Bewusstsein in der Bevölkerung für Gesundheit zu und es besteht großes Interesse an einer Verbesserung der Gesundheitsversorgung. Die Medizintechnik bietet hierfür innovative Lösungen an. Das begründet den interessanten Wachstumsmarkt Medizintechnik."

Gibt es konkrete Zahlen für Deutschland?

Erich R. Reinhardt: „Ja, die gibt es. Gerade bei den sogenannten Volkskrankheiten werden drastische Entwicklungen prognostiziert: So wird für Deutschland im Jahr 2050 erwartet: 50 Prozent mehr Diabetes- und Krebs-Neuerkrankungen, doppelt so viele Herzinfarkt-, Schlaganfall- und Demenz-Patienten."

Was bedeutet das für die Medizintechnik von morgen?

Erich R. Reinhardt: „Innovative Medizintechnik und Dienstleistungen müssen Wege aufzeigen, die Effektivität und Effizienz der Gesundheitsversorgung zum Wohle des Patienten zu verbessern und dabei gleichzeitig das Gesundheitssystem finanzierbar zu halten.“ So wird die Medizintechnik helfen Krankheiten früher zu erkennen, vorherzusagen, welcher Patient auf welche Medikation anspricht und dafür sorgen, dass die Menschen länger unabhängig zuhause leben können."

Warum ist das Medical Valley EMN dafür besonders gut aufgestellt?

Erich R. Reinhardt: „Dafür gibt es zwei Gründe. Erstens die hohe Konzentration an hoch spezialisierten Forschungseinrichtungen, international führenden Unternehmen und Start-Ups sowie renommierten Gesundheitsversorgern. Dieses Netzwerk der Kompetenzen arbeitet sehr gut zusammen. Das ist vor allem auch in der Frühphase der Innovation wichtig. Zweitens – und das ist einzigartig – verfolgen alle Akteure eine gemeinsame Zielsetzung. Sie haben verstanden, dass es auf die Wechselwirkungen zwischen Medizintechnik und Gesundheitssystem ankommt. Im Medical Valley EMN entwickeln wir nur solche Produkte, Konzepte und Dienstleistungen, die helfen, die Effektivität und Effizienz der Gesundheitsversorgung zu steigern und/oder die relativen Kosten senken. Wir wollen Lösungen anbieten."

Ist das der Grund, warum das Medical Valley EMN Spitzencluster wurde?

Erich R. Reinhardt: „Auf jeden Fall. Der Sieg beim Spitzenclusterwettbewerb resultiert aus der gemeinsamen Begeisterung für wettbewerbsfähige Produkte und Dienstleistungen, die langfristig und weltweit zu einer verbesserten Gesundheitsversorgung führen.“

Was zeichnet Produkte „Made in Medical Valley EMN“ aus?

Erich R. Reinhardt: „Innovative Produkte, die modernste Technologien einsetzen, um so die Qualität der Gesundheitsversorgung zu verbessern und die dafür erforderlichen Aufwendungen zu optimieren. Das geschieht zum Wohle der Patienten, trägt zur Finanzierbarkeit der Gesundheitssysteme bei.“

Welche Rolle spielt in diesem Kontext das Clustermanagement?

Erich R. Reinhardt: „Der Medical Valley EMN e.V. fördert den Dialog der Akteure im Cluster und wird den Austausch noch weiter ausbauen. Gerade die Vernetzung aller Kompetenzen in der Frühphase der Innovation ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für die Innovationsfähigkeit der Unternehmen im Medical Valley. Hier kann das Clustermanagement stimulierend wirken. Langfristig geht es darum, die Weltmarktanteile von Unternehmen, die Zahl von Unternehmensgründungen sowie die Anzahl der Arbeitsplätze zu steigern und das Potenzial der Region zu nutzen. Die Europäische Metropolregion Nürnberg ist auf dem Weg, Modellregion zur optimalen Gesundheitsversorgung zu werden.“

 

Foto: Sebastian Stenz

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