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Medical Valley EMN feiert erstes Jahr als nationaler Spitzencluster

on 14. Dezember 2010 - 0:00

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen: Unter dem Motto „Ein geselliger Abend – 60 Minuten unterhaltsame Informationen – 200 interessante Branchen-Kontakte“ hat der Verein Medical Valley Europäische Metropolregion Nürnberg e. V. ein überaus erfolgreiches Jahr Revue passieren lassen. Im Erlanger Innovationszentrum für Medizintechnik und Pharma (IZMP) kamen die mehr als 100 Mitglieder sowie Partner und Freunde des Medical Valley EMN e.V. zu Mitgliederversammlung und Jahresabschlussfeier zusammen.

Höhepunkt der Veranstaltung war ein informatives Bargespräch zum Thema „Produkte und Dienstleistungen für eine optimale Gesundheitsversorgung – Was nutzt es der Industrie und dem Bürger?“. Moderiert von der Journalistin und Fernsehmoderatorin Ursula Heller diskutierten namhafte Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesundheitsversorgung die Chancen und Herausforderungen neuartiger Technologien, welche aktuell im Medical Valley EMN entwickelt werden.

Bargespräch mit Medical Valley Cocktail

„Der Erfolg beim Spitzenclusterwettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) hat gezeigt, dass wir im Medical Valley EMN auf dem richtigen Weg sind“, so Prof. Erich R. Reinhardt, Vorsitzender des Medical Valley EMN e. V. beim Bargespräch – für das eigens ein Medical Valley Cocktail aus Kräuterlikör, Aperol, Johannisbeeren, Gurke und weiteren Zutaten kreiert worden war.

„Wir entwickeln im Kontext der fünf Leitthemen Bildgebende Diagnostik, Intelligente Sensorik, Therapiesysteme, Augenheilkunde sowie Horizontale Innovationen zur Produkt- und Prozessoptimierung nur solche Produkte und Konzepte“, so Prof. Reinhardt weiter, „die überprüfbar genauere Diagnosen und effizientere Therapien ermöglichen. Dadurch werden Krankheiten früher erkannt und schneller geheilt. Für die Patienten bedeutet das ein Mehr an Lebensqualität und die Industrie profitiert von Wettbewerbsvorteilen auf dem internationalen Markt.“

Für Prof. Jürgen Schüttler, liegt das Erfolgsrezept des Medical Valley EMN in der lückenlosen Zusammenarbeit von Akteuren aus unterschiedlichen Bereichen: „Im Medical Valley EMN versteht jeder die Sprache des anderen; der Arzt kommuniziert mit dem Informatiker, der Wissenschaftler mit dem Gesundheitsversorger, der Gesundheitsökonom mit dem Techniker.“ Der Dekan der Medizinischen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität Nürnberg-Erlangen forciert im Rahmen des Leitthemas Therapiesysteme ein Forschungsprojekt zur Verbesserung der Arzneimitteltherapie und -dosierung.

Auch Prof. Willi A. Kalender, Direktor des Instituts für Medizinische Physik an der Universität Erlangen-Nürnberg, lobte den regen Wissensaustausch und das hohe Engagement aller Beteiligten im Medical Valley EMN. Die gemeinsame Begeisterung sei Grundlage für neuartige Produkte mit echtem Mehrwert für die Patienten in aller Welt: „Die Weltspitze ist hier, ohne Einschränkung.“ Prof. Kalender arbeitet an der Einführung der 3D-Schichtbildgebung in die Brustkrebs-Diagnostik, in zwei Jahren sollen die ersten Patientinnen von dieser Technologie profitieren.

Als weitere Gesprächspartner berichteten Dr. Peter Kolominsky-Rabas, Geschäftsführer des Interdisziplinären Zentrums für Public Health der Universität Erlangen-Nürnberg, Nadine Pensky von der Diakonie Neuendettelsau, und Peter Voigtmann, geschäftsführender Gesellschafter der Firma Voigtmann GmbH, über ihre laufenden Projekte: eine Dienstleistungsplattform, die den Erfolg neuer Produkte vorausschauend messen kann, ein Homecare-Managementkonzept, das automatisch Alarm schlägt, wenn zum Beispiel bei altersdementen Patienten zu Hause ein Notfall eintritt, und ein Funduskamerasystem zur flächendeckenden Früherkennung von Augenerkrankungen in Ländern der Dritten Welt.

Einer von zehn Spitzenclustern in Deutschland

Der Medical Valley EMN ist ein international führender Spitzencluster im Bereich Medizintechnik. Hier sind international renommierte Unternehmen aus dem Medizintechnik-Bereich ebenso vertreten wie heranwachsende und neu gegründete Betriebe, die eng mit hoch spezialisierten Forschungseinrichtungen und Gesundheitsversorgern wie zum Beispiel Kliniken kooperieren. Gemeinsam verfolgen die Akteure im Medical Valley EMN das Ziel, die Behandlung bestimmter Krankheiten wie Brustkrebs, Demenz oder Grünem Star zu verbessern.

Am 26. Januar 2010 wurde das Medical Valley EMN vom Bundesministerium für Bildung und Forschung zu einem von insgesamt zehn nationalen Spitzenclustern gekürt.Dies ist mit einer staatlichen Förderung bis zum Jahr 2015 in Höhe von insgesamt 40 Millionen Euro für strategische Projekte verbunden. Im Cluster wird diese Förderung zusätzlich mit mindestens 50 Prozent durch industrielle Partner mitfinanziert, sodass insgesamt Projekte mit einem Volumen von über 80 Millionen Euro realisiert werden.

In der Medizintechnik boomt es

Innovative Entwicklungen im Bereich der Gesundheitsversorgung sind weltweit stark gefragt. Dies belegt die Herbstumfrage des Bundesverbandes Medizintechnologie (BVMed). Danach rechnen 80 Prozent der befragten Firmen in 2010 mit einem besseren Umsatzergebnis als 2009. Zuversicht herrscht auch für das kommende Jahr: Fast jedes zweite Unternehmen geht trotz steigender Rohstoffpreise von wachsenden Gewinnen aus.

„Für die Medizintechnik-Branche hat das Kriterium der Wirtschaftlichkeit neben dem Nutzen für die Patienten oberste Priorität“, so Prof. Reinhardt, „neue Produkte müssen vieles sein: sicher, nützlich, effektiv – aber eben auch effizient in der Produktion, damit die Medizintechnik ein Job- und Wirtschaftsmotor bleiben kann.“

 

Foto: Fabian Birke

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