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Learn to Fly: Neue Veranstaltungsreihe im Medical Valley EMN

on 19. Mai 2011 - 8:25

"Miteinander reden – voneinander lernen": Mit diesen Worten brachte Markus Lötzsch, Hauptgeschäftsführer der IHK Nürnberg für Mittelfranken, in seiner Eröffnungsrede das Ziel der Veranstaltungsreihe „Learn to Fly“ auf den Punkt.

Mit dem neuen Angebot, das kürzlich im Marktvorstehersaal der IHK in Nürnberg Premiere feierte, hat der Verein Medical Valley EMN eine ideale Plattform für den Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen Unternehmen in der Medizintechnikbranche geschaffen. Welche Tücken gibt es auf dem Weg von der Idee zum erfolgreichen Medizintechnikprodukt, wie sollten Unternehmen strategisch aufgestellt sein? Welche Prozesse sind nötig und wie kann langfristig das Gesundheitssystem selbst optimiert werden? Um Fragen wie diese drehen sich die fünf Veranstaltungen der „Learn to Fly“-Reihe bis November. Zentral ist die Mischung aus konzeptionellen Ansätzen und Erfahrungsberichten aus der Praxis: So sollen die Teilnehmer konkrete Handlungsanleitungen erhalten, um sie in den Unternehmensalltag zu integrieren.

Qualität rauf, Kosten runter

„Der Medizintechnikmarkt und seine Tücken“ – so das Thema der Auftaktveranstaltung. Rund 30 Gäste ließen sich im ersten Vortrag von Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. Erich R. Reinhardt, Geschäftsführender Vorstand des Medical Valley EMN e.V., über die relevanten Aspekte im Entwicklungs- und Produktionsprozess erfolgreicher Medizintechnikunternehmen informieren.

Der Gesundheitsmarkt sei ein stabiles Wachstumsfeld mit einem hohen Bedarf an innovati-ven Verfahren im diagnostischen und im therapeutischen Bereich, so Prof. Reinhardt. Dennoch hätten es Unternehmen in dieser Branche schwer, sich am Markt zu behaupten. Lange Entwicklungszeiten, aufwendige Zulassungsverfahren, hausgemachte Probleme wie zum Beispiel ineffiziente Prozesse, Vorurteile gegenüber der Hightech-Medizin („Kostentreiber“) oder ethische Debatten: Vor allem für Start-ups und Wachstumsunternehmen ist es problematisch, den Überblick zu behalten und die Wirtschaftlichkeit ihrer Produkte realistisch zu bewerten. „Auch im Healthcare-Bereich kann man fliegen – es ist nur nicht so einfach“, so Prof. Reinhardt. „Der Gesundheitsbereich steht vor signifikanten Veränderungen. Um den Herausforderungen gerecht zu werden, müssen wir effiziente und effektive Produkte entwickeln, welche die Qualität der Gesundheitsversorgung steigern und die Kosten senken.“

Neue Unternehmenskulturen: von der Invention zur Innovation

Auf dem Weg zum erfolgreichen Medizintechnikprodukt bewähren sich vier Faktoren: Kreativität, Disziplin, optimale Prozesse und eine adäquate Unternehmenskultur. „Die Unternehmen müssen sich von der Entweder-Oder-Mentalität verabschieden“, so Prof. Reinhardt. „Erfolgreiches Innovationsmanagement funktioniert nur, wenn ich am Anfang das Ende denke, Risiken und Überraschungen einplane, offen bin für Impulse auch von unerwarteter Seite und so flexibel bleibe, dass ich selbst Strukturen in meinem Haus so schnell wie möglich anpassen kann, wenn es erforderlich ist.“

Ebenso sollten Medizintechnikunternehmen ihre Projekte von Beginn an auf Wirtschaftlichkeit und Relevanz überprüfen. Erfolgreich kann dieser Weg mit einer frühen Einbindung von Partnern aus dem klinischen Bereich gestaltet werden, um den Nutzen des neuen Produktes für die Patienten und für das Gesundheitssystem an sich im Auge zu behalten. „Wir müssen weg vom klassischen Health Technology Assessment, welches Medizinprodukte erst nach der Markteinführung bewertet. Was zählt, ist schon in der Frühphase alle nur denkbaren Zukunftsszenarien zu simulieren und die Erfolgschancen neuer Produkte vorausschauend zu planen“, so Prof. Reinhardt.

Nürnberger Technologieführer als Paradebeispiel

Wie das in der Praxis aussieht, darüber berichtete der zweite Referent, Klaus Hörndler, Managing Director der Ziehm Imaging GmbH. Das Nürnberger Unternehmen arbeitet eng mit klinischen Partnern zusammen und ist so zum Technologieführer im Bereich der röntgenbasierten Bildgebung aufgestiegen. Zuletzt wurde die Ziehm GmbH 2006 von der Unternehmensberatung Frost & Sullivan für den weltweit ersten voll-digitalen mobilen C-Bogen mit dem „Product Innovation Award“ ausgezeichnet.

Bis zu 2.500 neue Arbeitsplätze in der Region

Im Medical Valley EMN, dem nationalen Spitzencluster Medizintechnik, finden Unternehmen aus der Medizin und Medizintechnik eine optimale Infrastruktur. Die hohe Konzentration von international etablierten Marktführern, renommierten Gesundheitsversorgern und wissenschaftlichem Know-how ermöglicht einen kontinuierlichen und vor allem konstruktiven Erfahrungsaustausch. „Die Akteure im Medical Valley sprechen eine Sprache“, so Prof. Reinhardt. „Ich bin sicher, dass wir unser gemeinsames Ziel, die Weltmarktanteile und Umsatzerlöse in den kommenden Jahren deutlich zu steigern und bis zu 2.500 neue Arbeitsplätze in der Region zu schaffen, locker übertreffen werden.“

Nächste „Learn to Fly“-Veranstaltung am 7. Juni 2011

Um Ideen dreht sich die zweite „Learn to Fly“-Veranstaltung am 7. Juni 2011: „Die erste Idee eines Medizintechnik-Produktes. Umgang mit und Umsetzung von Ideen“, so lautet der vollständige Titel. Die Veranstaltung findet im Medical Valley Center, dem ehemaligen Innovationszentrum Medizintechnik und Pharma (IZMP), Henkestraße 91, 91052 Erlangen, statt. Weitere Infos zu den Referenten und Vorträgen finden Sie zeitnah im Internet unter www.medical-valley-emn.de.

 

Abbildung: Medical Valley EMN

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