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Neues Projekt: Spitzencluster Medizintechnik als Stadt-Land-Partnerschaft

on 29. Juni 2011 - 14:44

Der Spitzencluster Medical Valley Europäische Metropolregion Nürnberg hat gemeinsam mit der Geschäftsstelle der Metropolregion ein Projekt gestartet, das neueste technische Lösungen aus dem Spitzencluster Medizintechnik mit den Bedarfen der Wohnungswirtschaft und sozialen Netzwerken besonders in ländlichen Räumen der Metropolregion verbindet. Mit der Verbreitung von eHealth-Lösungen und altersgerechten Assistenzsystemen wird ein möglichst (lebens-)langer Verbleib älterer Menschen in der eigenen Wohnung ermöglicht. Gefördert wird das Projekt als Modellvorhaben der Raumordnung (MORO) vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS).

Die Geschäftsstelle der Metropolregion Nürnberg hat sich gemeinsam mit dem Spitzencluster Medical Valley, dem Landkreis Bamberg, Wohnungsbaugesellschaften in der Region und verschiedenen regionalen sozialen Netzwerken erfolgreich um das Modellprojekt beworben. In den kommenden zwei Jahren werden die ländlichen Räume in der Metropolregion Nürnberg das Pflichtenheft im Bereich einer bezahlbaren Daseinsvorsorge mit definieren.

Die demografische Entwicklung bringt zahlreiche Herausforderungen in der Gesundheitsversorgung von heute und morgen mit sich. So ergeben sich neben einer veränderten Nachfrage in der medizinischen Versorgung beispielsweise steigende Anforderungen an das Wohnumfeld. Dem „Gesundheitsstandort Haushalt“ kommt in diesem Kontext eine ganz besondere Bedeutung zu. „Mit dem Projekt Spitzencluster Medizintechnik als Stadt-Land-Partnerschaft geben die Projektpartner eine maßgeschneiderte Antwort auf konkrete Auswirkungen des demografischen Wandels in der Metropolregion Nürnberg. Gemeinsam spielen wir unsere Stärken aus: Das ist die fachliche Kompetenz des Spitzenclusters Medical Valley und das sind die gut funktionierenden Netzwerke der Metropolregion. Im Projekt werden sie zusammengebracht“, schildert Landrat Dr. Günter Denzler, Landrat des Landkreises Bamberg die Projektstrategie. Aus seiner Sicht ist das Projekt sowohl aus gesundheitsökonomischen Gründen wie auch aus Sicht einer leistungsfähigen Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum zukunftsweisend. Von den Herausforderungen des demografischen Wandels sind gerade auch ländlich strukturierte Gebiete betroffen. Gefragt sind Lösungen, die diesen Herausforderungen begegnen. Im Medical Valley Europäische Metropolregion Nürnberg, dem Spitzencluster für Medizintechnik, entwickeln Partner sogenannte eHealth-Konzepte und Assistenzsysteme, die sich an den Bedürfnissen der Betroffenen orientieren.

Im MORO-Projekt wird der direkte Dialog zwischen Entwicklern und Anwendern, d.h. mit der Wohnungswirtschaft, sowie mit lokalen und teilregionalen sozialen Netzwerken, ermöglicht. Die Verbreitung vorhandener technisch-organisatorischer Lösungen verläuft häufig in ländlichen Räumen wesentlich langsamer als in städtischen Räumen. Dies resultiert aus der dortigen hohen Wohneigentumsquote und der Tatsache, dass größere Wohnungsunternehmen als eine wichtige Nachfrager- und Multiplikatorengruppe hauptsächlich in den urbanen Räumen verortet sind. Mit der Joseph-Stiftung und dem Evangelischen Siedlungswerk in Bayern (ESW) sind zwei Wohnungsbaugesellschaften im Projekt beteiligt, die Wohneinheiten sowohl in den Ballungszentren als auch in ländlichen Regionen unterhalten. Beispielhaft genannt sei als konkretes Anwendungsbeispiel das Projekt SOPHIA, das eine besondere Stärke ländlicher Räume nutzt: das hohe ehrenamtliche Engagement. SOPHIA ist ein Projekt, das neben einem Hausnotruf durch Überwachung ausgewählter Körperfunktionen auch soziale Betreuung anbietet. SOPHIA folgt einem Geschäftsmodell, das nicht gewinnorientiert ist und durch die Einbeziehung von Ehrenamt bezahlbare Daseinsvorsorge ermöglicht. Hier gibt es Handlungsbedarf bei der Kommunikation und Vermittlung solcher Modelle in die Fläche. Im Modellprojekt sind weitere regionale soziale Netzwerke beteiligt, so dass ein Transfer guter Ansätze in alle weitere Teilregionen erfolgen kann.

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